Gemeinsame Immobilie im Trennungsjahr verkaufen – was spricht dafür?

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Gemeinsame Immobilie im Trennungsjahr verkaufen – was spricht dafür?

Die Teilung einer gemeinsamen Immobilie ist für Ehepaare, die sich in der Scheidung befinden, oft eine riesige Herausforderung. Auch dann, wenn beide Partner sich eigentlich einig sind. Daher kann ein Verkauf der Immobilie zu einem frühen Zeitpunkt in vielen Fällen die beste Lösung für beide sein. Möchte ein Ehepartner nach der Scheidung in der Immobilie wohnen bleiben, ist hingegen beim Faktenschaffen während des Trennungsjahres Vorsicht geboten. 

Schon die praktische Umsetzung des Trennungsjahres ist für Eigentümer einer gemeinsamen Immobilie nicht einfach. Denn der Gesetzgeber verlangt, dass ein Ehepaar bis zur Scheidung ein Jahr getrennt voneinander leben muss. Doch Zusatzkosten für eine Mietwohnung können sich viele nicht leisten und verbringen das Trennungsjahr deshalb dennoch unter einem Dach – nur ohne gemeinsames Schlafzimmer, gemeinsame Küche und gemeinsamen Einkauf.

Ganz einfach: Verkauf der Immobilie im Trennungsjahr

Eine getrennte Haushaltsführung in einer gemeinsamen Immobilie ist also notfalls möglich, aber wäre es nicht viel einfacher, das Haus sofort zu verkaufen? Es gibt eine ganze Reihe von Argumenten, die dafürsprechen. Oft wurde die Immobilie durch einen Kredit finanziert, dieser muss auch während der Trennung und nach der Scheidung von beiden Partnern weiter zurückgezahlt werden. Ein Verkauf eröffnet Ihnen hingegen die Möglichkeit, Kredite und Schulden auf einen Schlag zu tilgen und das derzeitige Preishoch auf dem Immobilienmarkt mitzunehmen. Dies kann eine große Erleichterung sein! Die Aufteilung des Verkaufserlöses zwischen den Ehepartnern ist bedeutend einfacher als jede andere Lösung. Wer den Verkauf einer Scheidungsimmobilie frühzeitig und ohne Zeitdruck angeht, kann außerdem ganz in Ruhe nach einem Käufer suchen. Das bedeutet gute Chancen für einen deutlich höheren Verkaufserlös. Damit es im Verkaufsprozess nicht zu Streitigkeiten kommt, sollte ein unparteiischer, fachkundiger Makler beauftragt werden. So kann hinterher keiner der Partner infrage stellen, dass beim Verkauf alles fair zuging.

Fazit: Durch einen frühzeitigen Verkauf, schon während des Trennungsjahres, bleibt Ehepartnern in Scheidung viel Konfliktpotenzial erspart.

Einer bleibt, der andere zieht aus: Komplizierte Rechtslage im Trennungsjahr

Dennoch fällt die Entscheidung aus praktischen Gründen oft anders aus. Ein Elternteil will mit den Kindern in der gewohnten Umgebung bleiben und die Immobilie weiter nutzen. Der andere Partner soll ausziehen und sich etwas Neues suchen. Was den groben Fahrplan betrifft, können sich viele Paare auch in solchen Fällen recht schnell einig werden. Auch wollen viele den Prozess nicht schmerzhaft in die Länge ziehen, sondern schon während des Trennungsjahres alles klar regeln, und zwar durch einen richtigen Vertrag. Dabei gibt es allerdings rechtliche Folgen zu beachten, mit denen Sie wahrscheinlich nicht rechnen, zum Beispiel: Zugewinnausgleich, Wohnvorteil und Unterhaltsansprüche. Über mögliche Nachteile bei der Aufteilung einer Scheidungsimmobilie schon während des Trennungsjahres sollten Sie in jedem Fall rechtlichen Rat einholen, damit Sie nachher im Scheidungsprozess keine bösen Überraschungen erleben.

Sind Sie unsicher, was die beste Lösung für Ihre Scheidungsimmobilie ist? Kontaktieren Sie uns jetzt unverbindlich! Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Die Erbpacht und ihre Vor- und Nachteile

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Die Erbpacht und ihre Vor- und Nachteile

Der Wunsch nach einer eigenen Immobilie steht nach wie vor ganz weit oben. Das macht sich auch bei den Immobilienpreisen bemerkbar. Diese sind gerade in den Großstädten für viele Menschen leider häufig unerschwinglich geworden. Auf der Suche nach einem Immobilienschnäppchen kann es sein, dass Sie über eine Anzeige mit einem auffällig niedrigen Kaufpreis stolpern. Die Freude ist groß, endlich die ersehnte Nadel im Heuhaufen gefunden zu haben. Doch bei näherem Hinsehen entpuppt sich, dass auf dem Haus eine Erbpacht liegt. Wir erklären Ihnen, was dies für Sie bedeutet.

Gerade für junge Familien ohne große Rücklagen scheint es heutzutage wegen der hohen Immobilienpreise unmöglich zu sein, den Traum vom Eigenheim umzusetzen. Die Erbpacht bzw. das Erbbaurecht kann da eine Lösung sein. Allerdings müssen Sie vorher die Vor- und Nachteile genau abwägen. Bei einer Erbpacht gehört Ihnen zwar das Haus, aber nicht das Grundstück. Dieses gehört jemand anderem. Laut dem geltenden Erbbaurecht ist es nämlich in Deutschland möglich, ein Grundstück und das darauf stehende Gebäude voneinander getrennt zu sehen.

Der Bauherr oder Käufer pachtet also das Grundstück nur für einen gewissen Zeitraum (in der Regel für 60 bis 99 Jahre) von dem Grundstücksbesitzer und zahlt ihm jährlich (meist vier bis sechs Prozent vom Grundstückswert) einen vereinbarten Erbpachtzins. Damit tritt der Grundstücksbesitzer gewisse Rechte am Grundstück ab. So darf der Erbpächter z.B. die auf dem Grundstück errichtete Immobilie jederzeit vermieten oder verkaufen (wobei der Erbpachtgeber meist das Vorkaufsrecht hat). Nach der vertraglich festgelegten Erbpachtzeit fällt die auf dem Grundstück errichtete Immobilie an den Grundstücksbesitzer zurück. Er muss dem Immobilienbesitzer jedoch in der Regel eine Entschädigung zahlen, die mindestens zwei Drittel des aktuellen Gebäudewertes beträgt.

Vorteile von Immobilien mit Erbpacht

Der Vorteil bei der Erbpacht liegt klar auf der Hand: der Bauherr spart sich bei der Finanzierung die Kosten für das Grundstück. Auch der Kaufpreis einer Immobilie mit Erbpacht ist in der Regel sehr viel niedriger und liegt meist weit unter dem aktuellen Marktwert. Das macht die Finanzierung des Eigenheims häufig sehr viel einfacher. Und auch steuerlich bringt die Erbpacht Vorteile, da immer nur das Gebäude, nicht aber das Grundstück steuerlich abgesetzt werden kann. Aus diesem Grund können sich mit einer Erbpacht manchmal auch Leute mit knappem Budget den Traum vom Eigenheim erfüllen. Aber auch für den Erbpachtrechtgeber bringt eine Erbpacht Vorteile. Er erhält für sein brachliegendes Grundstück eine Rendite, ohne es zu verkaufen.

Nachteile von Immobilien mit Erbpacht

Der größte Vorteil ist auch zugleich der größte Nachteil bei einer Erbpacht: Dem Immobilienbesitzer gehört zwar die Immobilie, aber nicht das Grundstück, auf dem sie steht. Läuft der Vertrag aus, ist es möglich, dass der Erbpächter sein Grundstück zurückfordert (eine Vertragsverlängerung ist selbstverständlich auch möglich). Zudem zahlen Sie jährlich einen Erbpachtzins. Dadurch steigt die monatliche Belastung. Sollten Sie die Immobilie weitervermieten, können Sie den Erbpachtzins von der Steuer absetzen. Auch erschwert die Erbpacht häufig den Weiterverkauf der Immobilie.

Sollten Sie sich für eine Immobilie mit Erbpacht entscheiden, sollten Sie die Vor- und Nachteile gründlich gegeneinander abwägen. Auf jeden Fall sollten Sie beim Vertrag darauf achten, dass auf das Recht des Grundstücksbesitzers, den Erbpachtvertrag frühzeitig zu kündigen (z. B. wegen Eigenbedarf), verzichtet wird. Natürlich ist auch die Laufzeit bei der Entscheidung für einen Erbpachtvertrag wichtig. Holen Sie sich am besten einen Fachmann mit ins Boot, der den Erbpachtvertrag genau prüft.